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	<title> &#187; Radiofeature</title>
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		<title>Für jene, die dieses Projekt mitverfolgten</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 19:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Broadcast]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Radiofeature]]></category>

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		<description><![CDATA[Feature: Projektexposé Arbeitstitel: Ballarò: Marktplatz der Kulturen – Kulturelle Vielfalt zwischen Ankunft und Aufbruch am Rande Europas Ballarò ist ein historischer Markt arabischen Ursprungs inmitten der Altstadt von Palermo; ein Bazar, der sich über hunderte von Metern durch die Altstadt &#8230; <a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/1969/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2012/04/Und-es-passt-doch...1.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-1971" title="Und-es-passt-doch..." src="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2012/04/Und-es-passt-doch...1.gif" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>Feature: Projektexposé</p>
<p>Arbeitstitel:</p>
<p><strong>Ballarò: Marktplatz der Kulturen –</strong></p>
<p><strong>Kulturelle Vielfalt zwischen Ankunft und Aufbruch am Rande Europas</strong></p>
<p>Ballarò ist ein historischer Markt arabischen Ursprungs inmitten der Altstadt von Palermo; ein Bazar, der sich über hunderte von Metern durch die Altstadt von Palermo schlängelt; eng, bewegt, laut und unübersichtlich. Zentral gelegen zwischen barocken Kirchen und dem Grabmal Friedrichs II. mündet er in die Piazza Ballarò. Die Piazza ist der zentrale Ort der Zusammenkunft, fern moderner Arbeitsstrukturen. Marktgeschrei und hupende Mofas dominieren das Klangbild. Doch das Ohr ahnt schon, dass sich hinter diesem Klangteppich mehr verbirgt als das Anpreisen von riesigen Thunfischen, Artischocken, Orangen, Tomaten, Muscheln, Schnecken, Töpfen, CD-Rohlingen, Flip Flops, Innereien, Schafsköpfen, Schweinehaxen und dem Hupen der sich durch die Menschenmenge drängenden Vespas: Hier geht es ums Über- aber auch ums Zusammenleben von Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen. Am Rande Europas ist der Ballarò ein Ort des Übergangs von arm zu reich, eine Welt zwischen Peripherie und Zentrum, transkulturell, interkulturell und multikulturell zugleich. Ein Ort zwischen Ankunft und erneutem Aufbruch in eine modernere Welt.</p>
<p>Die Gesichter der Menschen sind vom Alltag gezeichnet; sowohl die der Palermitaner als auch die der Migranten aus aller Herren Länder. In den unzähligen Sprachen dieser Welt erzählen sie von Flucht und Migration, von Armut und Schwermut, von Freude und Lebensglück, von Angst und Gleichmut. Hier, wo Kreuzfahrttouristen neugierig gucken, wo Individualtouristen sogar kaufen, blüht der sizilianische Stolz, der gefühlt alle Fremdeinflüsse, weil aufgesogen, überlebt hat.</p>
<p>Bei einer ethnographischen Feldforschung von Februar 2011 bis Juli 2011, sowie weiteren Aufenthalten vor Ort, bin ich auf Stimmenfang gegangen, um die Fragmente dieser Polyphonie aufzuspüren und einzufangen.</p>
<p>Mit der Collage-Technik soll nun aus diesen Fragmenten das Mosaik einer spezifisch mediterranen Kultur des Kontakts und des Übergangs zusammengesetzt werden. Das Mörtelbett – der Kitt, der dieses Mosaik zusammenhält – wird aus den Beobachtungen und Raumbeschreibungen der teilnehmenden Beobachtung zusammengemischt. Auf eine Metaebene (O-Töne von externen Experten) will ich nach Möglichkeit verzichten und nur die Menschen zu Wort kommen lassen, die mit der oben beschriebenen Realität unmittelbar verbunden sind.</p>
<p>Das sind nicht nur Menschen aus Tunesien, die schon über dreißig Jahre in Palermo leben und durchaus wissen, wie sie sich arrangieren; Migranten von Mauritius, die als Haushaltshilfe arbeiten und das sich vom Mund abgesparte Geld nach Hause schicken; Ghanaer, die am Morgen die Piazza gegen Kost und Logis reinigen oder für die afrikanische Community in Bretterverschlägen kochen; ein deutscher Musiker, der das Chaos liebt; Südamerikaner, die davon überzeugt sind, dass schon Jesus migrierte, sondern auch Menschen, die sich für das Gemeinwohl des Viertels engagieren.</p>
<p>Don Giovanni D’Andrea, der in der Gemeinde Santa Chiara gleich um die Ecke den Nigerianern den Raum zum Fußball- oder Damespielen zur Verfügung stellt und es jeder Glaubensgemeinschaft ermöglicht, ihren Glauben in den Räumlichkeiten der Gemeinde auch auszuleben. Oder Maria die Sprachlehrerin, die nicht nur geduldig auf Migranten eingeht, sondern auch den bildungsfernen Italienern das Alphabet erklärt und dabei ganz spannende Beobachtungen macht. Nicht zu vergessen junge akademische Sizilianer, die mit sehr viel Engagement Bürgerrechte und –pflichten vermitteln. Oder der junge Kneipenbesitzer, der mit seiner internationalen Musikauswahl die Piazza in eine Open-Air-Disko verwandelt und der dem Ghanaer, der danach die Piazza für ihn reinigt, sogar zusätzlich etwas Geld gibt.</p>
<p>Bis hin zur altehrwürdigen Signora Maria, die alle nur die Mutter vom Ballarò nennen und die als Vermittlerin zwischen den Menschen unterschiedlichsten Ursprungs von allen respektiert wird.</p>
<p>Oder aber auch Massimo, der gebürtige Römer, der in diesem heillosen Durcheinander der Transvestit vom Ballarò ist und die Kultur des Viertels auf seinen Nenner bringt: „Palermo ist ein Bastard, so wie ich.“</p>
<p>Am Anfang aber steht der Markt als Klangteppich, als „Marktplatz der Kulturen“. Er ist nicht frei von Konflikten: unterschwelliger Rassismus, Alkoholprobleme, Gewalt, Drogen, Armut. Im Gesamtbild aber ist dieser Ort als kulturelle Kontaktzone nicht nur ein Raum kultureller Differenz, sondern auch kultureller Annäherung; einem Brennglas mediterraner Kulturgeschichte gleich.</p>
<p>Oder um es mit den Worten von Gino auszudrücken: „Der Ballarò ist wie unsere Streitkultur, erst streiten und prügeln wir uns, dann aber trinken wir gemeinsam ein Bier. Zahlen musst aber Du!“</p>
<p>Bremen, den 2.4.2012</p>
<p><a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2012/04/Ballaro.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-1972" title="Ballaro" src="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2012/04/Ballaro.gif" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>Ballarò ist auch ein Flohmarkt&#8230;</p>
<p>Das wird ein spannendes Feature.</p>
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