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	<title> &#187; Satire</title>
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		<title>Enges Höschen: Bremen unten rum</title>
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		<pubDate>Sun, 27 May 2012 19:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Pfingsten in Bremen ist wie Pfingsten in Köln, Frankfurt oder Pfaffenhofen. In Italien oder anderen vermeintlich religiöseren Ländern dieser Welt ist Pfingsten etwas anders, zumindest was den Pfingstmontag betrifft, man arbeitet. Wie eine brasilianische Bekannte zu berichten weiß, ist Deutschland &#8230; <a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/enges-hoschen-bremen-unten-rum/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pfingsten in Bremen ist wie Pfingsten in Köln, Frankfurt oder Pfaffenhofen. In Italien oder anderen vermeintlich religiöseren Ländern dieser Welt ist Pfingsten etwas anders, zumindest was den Pfingstmontag betrifft, man arbeitet. Wie eine brasilianische Bekannte zu berichten weiß, ist Deutschland sowieso das Land, in dem am wenigsten gearbeitet wird. Himmelfahrt, Pfingsten all die jetzt fast vergangenen Feiertage sind in anderen Ländern oft Werktage, das erzählt auch Mimmo aus Italien. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf an so manches Land im Süden ist das schon interessant mit den Deutschen und ihren Feiertagen, wobei die südlichen Bundesländer eine noch exponiertere Stellung einnehmen. Aber von denen wissen wir ja, dass sie gerne feiern, die Bayern, auch wenn das nicht immer klappt.</p>
<p>An Pfingsten treibt es die Bremer wie auch an anderen freien Tagen nach draußen. Man lungert auf dem Deich herum und sorgt dafür, dass der Deich kompakt bleibt. Früher erledigten die Schäfchen diese Arbeit, wobei sie in erster Linie die Aufgabe hatten, den Rasenmäher zu ersetzen. In Friesland sieht man sie noch, die flauschigen Bewohner der Deiche. In Bremen ist kein Platz für Schäfchen. Dort lümmeln die Bremer höchstpersönlich auf dem Deich herum. Die Sonne, das so rare Gut, da für gewöhnlich das Grau der Wolken vorherrscht, wird ausgenutzt. Sie wird derart ausgenutzt, dass sie am Ende fast ganz nackt da steht. Grillkohle wird tonnenweise zu Asche verarbeitet, die Ja-Wurst nicht verneint; zwischen Bäume spannt man Seile und balanciert sein unruhiges, hippes Fleisch: ein Drahtseilakt zwischen &#8220;Summertime&#8221; und „Muss-das-sein?“. Enge Höschen, flippende Flops, tiefgehende Gedanken. Ein Sommer wie er früher einmal war, mit Sonnenschein von Juni bis September. Das letzte Jahr war eine Katastrophe, sich liebende Menschen vereisten vor fehlender Sonne, fehlender Wärme, fehlendem Licht. Dieses Jahr, man könnte vermuten, der Fußballgott würde sich auch noch um das Wetter kümmern, wird ein Sommer wie er einmal war; wie 2006, wie 2010, Zeit für Glück, Zeit für Blümchen, für Kleidchen, luftige Oberhemden &#8211; Langarm versteht sich &#8211; Sandalen, Ausflüge, Zeit für Public Viewing?! Public Viewing, der englische Ausdruck für Leichenschau. In Gesellschaft trauern.</p>
<p>Nicht nur der Deutsche genießt es, in Gesellschaft zu leben. Auch die Kakerlake wie Sebastian Herrmann in der SZ auf einer ganzen Seite enthüllt, schätzt es, in einer möglichst großen Gruppe „gemütlich“ beisammen zu sein: „Ehrenrettung für die Schabe. Kakerlaken werden vom Menschen geschmäht – dabei leben sie in egalitären Gemeinschaften, lieben Gesellschaft und behandeln Fremde freundlich.“</p>
<p>Gemütlich sieht also folgendermaßen aus: Man setzt mit einer Fähre rüber zum Café-Sand, packt sein Zeug aus, stellt das Fahrrad zu den anderen hundert seiner Art, brät in der Sonne und bestellt Pommes Schranke. Enges Höschen, knappes Höschen, nasses Höschen am Fluss oder am Werdersee, keine 500 m vom Zentrum entfernt, toll, dass alles so nah gelegen ist in der grünen Stadt am Fluss. Die Fähre, die rübersetzt heißt „Punke“, das kann man lesen. Dass der Punkendeich einmal die Flaniermeile der „leichten Mädchen“ war und Punke eben Hure heißt, das muss man nicht wissen, ist aber ganz interessant.</p>
<p>Wer im Gegensatz zur Kakerlake auch mal ganz gerne alleine ist oder es bevorzugt, in angenehmer Gesellschaft einer Freundin Pfingsten zu verbringen, hört auf den Rat eben dieser: „An Pfingsten lohnt sich der Weg unten rum.“ Er setzt sich auf ein flottes, nicht motorisiertes Gefährt und braust in den Süden, fern der Massen, Richtung Weyhe, Sudweyhe, Barrien, nutzt die Fahrbahn für Autofahrer als Rennbahn, die mit überhöhter Geschwindigkeit den Reisehalbleiter fast in den finalen Graben fahren, erschrickt und schaut ungläubig dem Raser hinterher: „Das war knapp! Ein verdammt enges Höschen, unten rum.“</p>
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		<title>John, living in Palermo, tells a joke</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 07:39:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<title>Xoxo, der entwurzelte Baum</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 11:19:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[„Du hast da Schokolade im Gesicht“, hörte ich und erwiderte zu meinem Erstaunen: „Das ist keine Schokolade, das ist Xoxo“ und wischte mir durchs Gesicht. „Wie?“ „Naja, die neuen EU-Richtlinien halt!“ Nur mit äußerster Konzentration gelang es mir, ernst zu &#8230; <a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/xoxo-der-entwurzelte-baum/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Du hast da Schokolade im Gesicht“, hörte ich und erwiderte zu meinem Erstaunen: „Das ist keine Schokolade, das ist Xoxo“ und wischte mir durchs Gesicht. „Wie?“ „Naja, die neuen EU-Richtlinien halt!“ Nur mit äußerster Konzentration gelang es mir, ernst zu bleiben. Wirkungsvoll nippte ich an meinem Kaffee, um die letzten Reste meines sogenannten Xoxo-Croissants zu spülen.</p>
<p>„Wenn Schokolade nicht genug Kakao beinhaltet, darf man es nicht mehr Schokolade nennen“ hatte der Bäckersgeselle, der in Wirklichkeit natürlich nur ein Bäckereiverkäufer war, erklärt. Die süße Xoxo-Masse verlangte mehr ungesüßten Kaffee, da sie fast ausschließlich aus Zucker bestand. Wie die dunkle, für Schokolade typische Farbe in die Masse kam, weiß wohl nur der Bäckersgeselle.</p>
<p>Die Bäckerei Degenhardt oder wie auch immer sie heißt betreibt auf der Flaniermeile des Horrors, in der sogenannten Bürgermeister-Smidt-Straße in Bremerhaven drei Filialen. Auf einer Strecke von gefühlt sieben Meilen, real aber nur knapp einem Kilometer, fährt jeden Morgen der Lieferwagen der Bäckerei Engelsdocht seine Tour. Die Zeiten, in denen der Bäckersgeselle noch selbst Hand anlegte, sind unwiderruflich vorbei. Das industriell hergestellte Brot wird nur noch aufgebacken. Der Zauber oder besser die Illusion, dass Backwaren noch etwas mit dem heute so exotisch anmutendem weißen Pulver zu tun haben, aus und vorbei.</p>
<p>Backwaren bestehen aus Masse und Mischung. Was in so einer Mischung steckt, das bleibt ein Mysterium. Das Mehl jedenfalls hat sich eine andere Brutstätte gesucht: Vegetarier-Knacker. Das ist keineswegs ein alter Knacker, der kein Fleisch isst, sondern eine Wurst, die damit wirbt, einerseits knackig – was ganz und gar nicht der Fall ist – und andererseits sowas wie ein Sojawürstchen zu sein, armes Würstchen du!</p>
<p>Die Lektüre der Zutatenliste zeigt an erster Stelle Soja, das bedeutet der Anteil von Soja ist der größte Anteil. Erstaunlich aber ist die Tatsache, dass es nur 14 % sind. Wie das arme Würstchen ganz wird, also nicht bei einer Daseinsform von nur 65 Prozent stagniert, muss mit dem Mehl zu tun haben.</p>
<p>Früher gab es Linguisten, die am Beispiel des Baums zum Ausdruck brachten, was das Wort Baum mit dem Ding Baum zu tun hat. Heute knacken wir die Wurst und beißen in ein Xoxo-Croissant und ganz fern liegt das Wesen des Dings. Wir sehen keinen Baum, wissen aber dass der Baum gemein ist, obwohl es gar keiner ist. Wenn das kein Post-Xoxismus ist. Ferdinand de Saussure, ein munteres Xoxo auf Sie. Den Wortschöpfer von Xoxo hingegen belegen wir mit einem elenden, langewährenden Klumpti, du gemeines Wesen du. Böse, wenn man uns die Sprache nimmt, das letzte, was uns noch blieb.</p>
<p>PS: Beweisfoto nur auf Anfrage&#8230;</p>
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		<title>Nahverkehr verquer</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 18:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Frühbucher kommt von Kiel nach Köln für gut zwanzig Euro. Wer sich hingegen mal eben in den Zug setzen will, versteht was gemeint ist mit „Nahverkehr verquer“. Der Düden, wie die Titanic zur Zeit der Rechtschreibreform das bekannte Nachschlagewerk &#8230; <a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/nahverkehr-verquer/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Frühbucher kommt von Kiel nach Köln für gut zwanzig Euro. Wer sich hingegen mal eben in den Zug setzen will, versteht was gemeint ist mit „Nahverkehr verquer“. Der Düden, wie die Titanic zur Zeit der Rechtschreibreform das bekannte Nachschlagewerk nannte, kommt nüchtern daher: „schräg, schief, quer und nicht richtig, nicht wie es sein sollte“ ist da zu lesen. Nahverkehr ist demnach, könnte man sagen, zu teuer, dauert zu lange und führt zu einer gewissen Form von Frust: Wie schön ist doch die Reise in einem exklusiven Schnellzug, der nicht Express, genauer Regionalexpress, sondern Intercity oder Intercity-Express heißt und schlappe zwanzig Euro kostet, von Kiel nach Köln. Genauso viel wie eine Fahrt von Kiel nach Hamburg im Regional-Express, tja, verquer.</p>
<p>Das ist die eine Definition im Düden, klingt moralisch; das muss hier nicht sein. Die andere lautet: „in etwas seltsamer Weise vom Üblichen abweichend, absonderlich, merkwürdig“. Nach dieser Definition kann so eine Reise in einem Nahverkehrszug alles andere als frustrierend sein. Wenn wir noch die <em>Synonyme</em> des Düdens strapazieren – im Ansatz schon mit den Definitionen schräg oder schief angedeutet – wird dem Nahverquersteilnehmer klar was passieren kann: „absonderlich, eigenartig, eigentümlich, kauzig, kurios, merkwürdig, paradox, quer, schief, wunderlich“ steht da geschrieben. Auf eine verquere Fahrt!</p>
<p>Beginnen wir beim Lösen der Fahrkarte. Um der Bahn ein Schnippchen zu schlagen begibt sich der preisbewusst Reisende nicht direkt an den Bahnschalter. Stattdessen lümmelt er oder sie vor einem der Fahrkartenautomaten herum und wartet auf die Frage: Hamburg? Ab Kiel ist das eine rhetorische Frage, andere Ziele gibt es nicht. Zwei junge Deutsch-Türken ergänzen: kostet 10 Euro! Für gewöhnlich zahlt der auf einem Länderticket Mitfahrende acht Euro. „Das lohnt nicht, Alter! Ja, gut, wenn wir noch andere finden, wird das billiger. In einer viertel Stunde im Raucherbereich!“ Dass es inzwischen selbsternannte Profis gibt, die tagtäglich auf einer Strecke hin- und herfahren, weiß der Länderticket-Hitchhiker spätestens seit einem Telefonat des Ticketinhabers: „Ich kann gerade nicht, bin am arbeiten, Mann!“</p>
<p>Eine viertel Stunde später erscheinen die beiden Jungs im Raucherbereich. Im Schlepptau haben sie vier weitere Personen. Das ist eine zu viel. Da weder der eine noch der andere Lust hat sich am Abend in den Zug zu setzen, um später nach Kiel zurückzufahren, ändern sie ihren Plan: „Kauft Ihr Ticket?!“ Da keiner von uns Fünfen den Nachnamen des vorherigen Ticketinhabers trägt – so zumindest unsere naheliegende Vermutung – bilden wir spontan eine eigene Gruppe und haben so weniger als acht Euro zu zahlen. Danke. Eine Mitfahrerin wirft ein: Im Prinzip müßten wir den beiden eine Provision zahlen. Die beiden Tagelöhner haben aber längst ihren Job an den Nagel gehängt und ziehen davon.</p>
<p>Hamburg, Gleis vierzehn, der Luxus-Zug aus Kiel fährt ein, nach kurzem Aufenthalt geht es direkt nach Köln. Raucherpause denkt sich eine Frau. Da fährt der Zug schon ab. Die Frau realisiert ihre Situation: Sie nur mit einem Pullover bekleidet, mit Zigarette in der Hand, nicht in dem Zug, der sie nach Köln bringt. Verzweifelt rennt sie zu der vom Schaffner noch geöffneten Türe und brüllt nach ihrem Mann: Ronny!!!! Mit allen Kräften läuft sie fünfzig Meter mit dem Zug, der schon zu schnell ist. Ronny!!! Brüllt sie mit letzter Verzweiflung, Rooooonnnnnyyyy! Zug weg, kaum Kleidung an, aber Zeit zu rauchen…</p>
<p>Weiterfahrt von Hamburg nach Bremen: Das Bremer Semesterticket erlaubt die preiswerte Nahverkehrsfahrt ohne weitere Tricks. Gegenüber, in einem der Viererabteile sitzen Mann und Frau und teilen sich billige Schokoriegel gerecht auf. Aus der Handtasche, die der Mann neben sich platziert hat, schaut plötzlich ein glubschäugiges Wesen hervor: ein Hund! Die Frau findet das so drollig, dass sie den Fotoapparat verlangt: Naa, sagt der Mann mit österreichischem Akzent, der muss jetzt schlafen, küßt und knuddelt die mir unbekannte Rasse zurück in die Mopstransporttasche und verschließt den mit unsichtbaren Luftkammern versehenen Beutel, Hund weg. Der inzwischen alkoholfreie Pendlerzug, Metronom genannt, schleicht in Richtung Bremen, die Passagiere spielen an diversen Gerätschaften herum und vertreiben sich die Zeit, alles ist ruhig. „Die Fahrscheine, bitte!“ bellt die Schaffnerin. Womit sie nicht gerechnet hat: Die Tasche bellt zurück! Einem Herzinfarkt nahe zuckt sie zurück, schüttelt sich vor Aufregung und macht sich davon. Die frische Luft bei dem nächsten Zwischenstopp wird ihr guttun.</p>
<p>„Passen Sie auf, dass Ihre Tragetasche nicht eines Tages abhaut!“ kichert der Reisehalbleiter. An der Bushaltestelle in Bremen sehe ich noch wie die Hunde diverser Punks einem Mann mit einer Tragetasche hinterher bellen. Naaverquer, diese Ösis.</p>
<p>In diesem Sinne wünscht der Reisehalbleiter eine gute Fahrt ins nächste Jahr: Guten Rutsch!</p>
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		<title>Lieber Reisehalbleser!</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 13:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Danke für den Hinweis, dass es technische Probleme auf dieser Seite gibt. Ich habe nochmal alle Funktionen getestet und muss mich fragen, ja, wo ist der Text, wo ist er geblieben? Da das Doktorandenkolloquium „Textualität des Films“ bei mir schon &#8230; <a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/lieber-reisehalbleser/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für den Hinweis, dass es technische Probleme auf dieser Seite gibt. Ich habe nochmal alle Funktionen getestet und muss mich fragen, ja, wo ist der Text, wo ist er geblieben? Da das Doktorandenkolloquium „Textualität des Films“ bei mir schon in Vergessenheit geraten ist, verzichtet der Autor dieser Zeilen darauf zu sagen: Bild ist doch Text. Die Recherche nach der Ursache der Fehlermeldung „Kein Text“ oder auch „wenig Text“ hat Folgendes ergeben:</p>
<p>Kreativzentrum funktioniert nur bedingt.</p>
<p>Tatsächlich ist der Reisehalbleiter damit beschäftigt, eine kleine Umgestaltung auf diesen Seiten vorzunehmen. Neu wird sein, dass der Blog in Zukunft nicht mehr Blog heißt, auch wenn es, technisch gesehen, noch immer ein Blog ist. Gerne hätte ich den Blog in Weblogbuch oder auch Logbuch umbenannt, das erinnert an navigieren auf den Weltmeeren, wie schön – das Navigieren auf den Weltmeeren. Es erklärt gleichzeitig die Wortherkunft von „Blog“. Da mir aber ein anderes Wort viel besser gefällt, wird der Text, der bald in aller Regelmäßigkeit verfasst und auch publiziert wird, in Zukunft Kolumne heißen.</p>
<p>Ach, welch schönes Wort – Kolumne. Das erinnert an Zeiten, in denen wohl ausgewählte Autoren dazu eingeladen waren, wöchentlich einen Text zu verfassen. Eine Kolumne schreiben, das klingt nach Handwerk, nach Verstand. Da denkt man an die Freitage zurück als Wiglaf Droste noch in der taz gekonnt seine Nadelstiche platzierte.</p>
<p>Damit will der Reisehalbleiter nicht sagen, er sei womöglich ausgewählt oder auserwählt, nein, im Gegenteil. Grund für die Hinwendung zu diesem schönen Begriff „Kolumne“ ist unter anderem die Auseinandersetzung mit den heutigen Phänomenen der sozialen Medien, wobei, wenn man sich vergegenwärtigt, wozu diese dienen, der Begriff asoziale Medien viel treffender wäre. Wem genügt es zur Kontaktaufnahme mit einem ihm oder einer ihr wichtigen Person ein kleines Bildchen zu sehen und einen kleinen wirren Satz zu studieren. Freundschaft ist individuell, das Gesichtsbuch hingegen ein Bayernzelt, in dem viel geguckt, wenig gesagt und umso mehr gequakt wird.</p>
<p>Die Netzwelt gibt jedem eine Stimme, der sich den Zugang leisten kann. Jeder kann schreiben. Jeder erhält einen Freifahrtschein, seinen persönlichen Schreibstil zu prägen und zu pflegen, aber lesen kann man das nicht immer.</p>
<p>Die Kolumne, genauer die Reisehalbleiter-Kolumne, soll in Zukunft einen literarischen Anspruch haben, der über „gefällt mir“, „muss ich nicht haben“, oder auch „hier bin ich“ hinausgeht. Der Reisehalbleiter gibt sein Bestes. Keine halben Sachen, volle Kraft voraus.</p>
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		<title>Und was kannst Du?</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 13:47:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2011/10/Kaffee-kochen.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-1894" title="Kaffee-kochen" src="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2011/10/Kaffee-kochen.gif" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
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		<title>Vorgestern: &#8220;Schreib&#8217; ich Morgen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 10:49:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javier Gago Holzscheiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anekdote]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Tomorrow]]></category>

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		<description><![CDATA[Fließt die Zeit oder können wir sie zum Stillstand bringen? Leben wir heute oder morgen? Derart philosophische Fragen will und kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Eine kleine Anekdote von der griechischen Insel Kefalonia soll jedoch den Raum zur &#8230; <a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/vorgestern-sagte-ich-schreib-ich-morgen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/High-Season.gif"><img class="wp-image-1787 alignleft" title="High-Season" src="http://www.reisehalbleiter.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/High-Season.gif" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>Fließt die Zeit oder können wir sie zum Stillstand bringen? Leben wir heute oder morgen? Derart philosophische Fragen will und kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Eine kleine Anekdote von der griechischen Insel Kefalonia soll jedoch den Raum zur Reflexion öffnen, auch wenn das Nachdenken über die Zeit womöglich verschenkte Zeit ist.</p>
<p>Auch wenn laut dem Halteverbotsschild die Saison vorbei ist, der Reisehalbleiter ist vor Ort und mimt den Meister des Müeslis oder anderer eher zentraleuropäischen Frühstücksträume. Frühstücksservice als Freundschaftsdienst. Die Hochsaison ist die Zeit, in der die meisten Sonnensüchtigen sich in den Süden aufmachen, um ihre Zeit in der Sonne zu verbringen und dabei die meiste Zeit am Strand herumlungern, sich vielleicht auch mal die Zeit nehmen, ein gutes Buch zu lesen oder sich in anderer Weise von ihrer zeitaufreibenden Arbeit zu erholen.</p>
<p>Hochsaison bedeutet für den Griechen, Dienste anzubieten, über die er zeitlebens nur den Kopf schütteln kann: Frühstück? Morgens Spiegeleier oder Müesli essen? Um Himmels Willen! Morgens wird gearbeitet, da ist es noch nicht so warm. Mittags wird gegessen, dann legt man sich wieder hin, denn es ist heiß. Später genießt man den Abend oder arbeitet. Der Tourismus ist schließlich die Haupteinnahmequelle der Kefalonier.</p>
<p>Es wird Zeit für die Anekdote: Morgens um sieben wuselt der Reisehalbleiter in der Küche herum, stets bemüht, denn er kennt die Vorzüge der Deutschen und auch der Schweizer, die das Frühstück das „zu Morgen“ nennen. Ich frage den Wirt, ob es noch genug Milch gibt, er erwidert barsch, wie immer zu früher Stunde: „I brought milk yesterday. You have enough milk!“ Ich erwidere ganz umsorgt um die Frühstücksgäste: „I’ll put some milk in the fridge.“ “But you have enough here!””Yes, but we need cold milk for tomorrow!” Auch wenn es sich um haltbare Milch handelt, kalt schmeckt sie immerhin besser und gibt Dir die Illusion, frisch zu sein.</p>
<p>Es folgt ein Monolog: „Ah! Tomorrow!? What is tomorrow? Tomorrow is a metaphysical shit! It’s only in your mind!” V. nimmt sich erbost Kaffee, schüttelt mit dem Kopf, ist ganz außer sich. „There are some, who kill thousands of people, because they think, that they will go to paradise, if they do that. Metaphysical shit!” Er redet sich in Rage. “Milk for tomorrow?! You are crazy. There can be an earthquake today and you won’t need your milk! I’m a seafarer! The sea is calm, the previsions are good and the next day you have waves 100 meter tall! You know. It’s useless to think about tomorrow. Milk for tomorrow?!” Der Reisehalbleiter bleibt beeindruckt zurück. <em>Morgen gibt es Freibier </em>schwirrt ihm im Kopf herum, diesen Satz gab es anderenorts auf einem Kneipenschild zu lesen.</p>
<p>Kommen wir zum Feuerholz. S. sagt, dass die Griechen kein Feuerholz sammeln müssen. Die sind nie so durch den Winter abgeschnitten. Wenn es kalt wird, gehen sie einfach raus und sammeln was sie brauchen. Hat dieser „metaphysische Scheiß“ also was mit dem Klima zu tun, also mit der Tatsache, keine Vorbereitungen für den harten Winter treffen zu müssen oder doch mit dem Meer, welches Wetterumschwünge kennt, die kein Mensch vorhersagen kann und man sich eben nicht auf Vorhersagen wie &#8220;Morgen ist die See ruhig!&#8221;. Vielleicht mit beidem.</p>
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