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Kerim de Tunesie

Den gestrigen Abend verbrachte ich, welch’ Überraschung, in der Taverna Messina. Ich unterhielt mich diesmal mit Kerim aus Tunesien. Ohne je eine Stunde in Italienisch unterrichtet worden zu sein, sprach er bestes Italienisch, wobei er betonte, Herr der Sprache zu sein, nicht der Sprache Dantes oder Boccaccios, sondern des Italienischen, welches die Menschen sprechen. Er ist dabei der Überzeugung, dass man im Ballarò mit Dantes Vokabular wenig erreicht, das konnte ich durchaus nachvollziehen. Er stieß gerade zu mir, als ich Padre Pio (siehe unten) fotografierte, als ich ihm von dem Radiofeature-Projekt erzählte, warf er mir recht kritisch vor, dass ich doch mit diesen Fotos kein Radiofeature machen könne. Ich habe ihm also erklärt, wie ein Anthropologe sich an sein Feld heranschleicht, ganz behutsam, um dann irgendwann sein Mikro zu zücken. Wir waren uns sehr schnell einig über die Bedeutung der Sprache gegenüber dem Bild, er ist schließlich Araber und zwar überzeugter im Sinne der arabischen Kulturgeschichte. Wir flöteten noch ein wenig auf Französisch herum; wenn ich schon kein Arabisch beherrsche! Ich traf noch Nino und auch Edmond. Mal sehen was passiert, wenn ich mit einem Ghanaer zu Ata (der Inhaberin des ghanaischen „Restaurants“) gehe. Ich verließ die beiden, bereitete mir ein Paar Artischocken nach jüdischer Art zu und sagte schließlich Buona Notte.

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Giustizia

Nachdem ich also gestern bei Marta ein wieder einmal äußerst gesundes Mahl zu mir nehmen durfte, blätterte ich die erst seit nicht allzu langer Zeit erscheinende Zeitung Il Fatto Quotidiano durch und bewunderte die Karikatur des Signore B., äußerst treffend seine Vorstellung von Recht! Nach dem Experiment mit Marta, bei dem ich auch mal wieder mein Audioschnitthandwerk auf den Prüfstand stellte, begab ich mich am Abend wieder ins Palab, eine Mitgliedskarte habe ich ja bereits. Machten gute Musik, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug, mediterranean Folk mit andalusischem Touch. In der Zwischenzeit allerdings lernte ich in der bevorzugten Bar – oder richtigerweise Taverna, weil man hier auch nach neun Uhr abends einen Espresso bekommt und dazu die Gäste eher dem Wein zugeneigt sind – den äußerst eloquenten Nino kennen. LKW-Fahrer und Weltreisender mit geschätzt 67 Jahren. Wir verstrickten uns in eine Debatte, ob ein Radiofeature in der Lage wäre die Atmosphäre des Ballarò einzufangen und, wo denn überhaupt mein Kamerateam und Equipment sei. Na ja, aufgrund der Tatsache, dass ich fröhlich mit Nino am Plaudern war und gar kein Interesse hegte, irgendwelche Kirchenmotive mit in mein Feature einzubauen, freute ich mich innerlich. Als ich ihn dann fragte, ob er schon mal hier im Ballarò afrikanisch gegessen habe, verging keine Minute und ich befand mich mitten in Afrika, wusch mir am Tisch in einer Schüssel mit Spüli die Hände und rollte mir aus einem Kartoffelbrei Kugeln, die ich in eine äußerst pikanten Brühe tunkte, pikant. Das Fleisch stammte von einer alten Ziege, ich war beeindruckt. Wir kehrten zur Bar Messina zurück, ich drehte zwei Zigaretten, spendierte zwei Weine mit Brause verlängert und ging meiner Wege: a domani o dopodomani, bis morgen oder übermorgen!

Heute genoss ich mal wieder die Sonne, diesmal in der Villa Garibaldi. Auf dem Weg nach Hause, die Arbeit wartete schließlich, schoss ich noch ein Foto in einem alten Cinquecento und fragte mich, ob Signor B. mit dem Niedergang dieses Flitzers in irgendeinem Zusammenhang steht.

 

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Marta liest, ohne allerdings zu vertehen, was sie da liest!

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Lentezza domenicale

Die sonntägliche Langsamkeit begann mit einer etwas überhasteten Handlung: SD-Karte formatieren? Ja! Nun, die sportlichen Photos des Samstagnachmittags sind dabei abhanden gekommen. Das ist aber nicht schlimm, werde ich nachliefern. Ob allerdings die gefühlt hundertköpfige American-Football-Truppe je wieder vor meinen Linsen am Foro Italico auftaucht, kann ich nicht sagen. Den Abend verbrachte ich in aller Ruhe, ehe ich mich doch gegen 22 Uhr auf der Seite des Palab einschrieb: ob ich mich vor sieben Uhr angemeldet habe? Das wäre ausreichend! Ja, sicher! Ich erlebte also kostenfrei zwei Gitarreros bei einem Schweinegalopp durch die italienische Popmusik. Sie spielten nicht nur italienische Stücke, sondern auch Pink Floyd, Led Zeppelin oder Hotel California: es handelte sich um eine humorvolle Auseinandersetzung mit der musikalischen Identität Italiens. Sehr schön war die Interpretation von der Titelmusik des Zeichentrickfilms Heidi, oder auch pünktlich um 24 Uhr Domenico Modugno, Il Vecchio Frack. Der Link funktioniert nur über die rechte Maustaste, viel Spaß!

http://www.youtube.com/watch?v=14kMJKEnxZY

Nun, heute Morgen machte ich noch einen flotten Spaziergang durch den Ballarò, drehte einem älteren Herren eine Zigarette, wobei ich aber mein Feuerzeug zuhause vergessen hatte: der Gute machte sich auf den Weg und suchte bei der sonntäglichen Langsamkeit einen Verbündeten. Ich bewunderte derweil die Arbeitskluft eines, der sich heute ausruht und begab mich schleunigst in die Bar Messina, um den bisher besten Caffè Espresso zu mir zu nehmen, und zwar den Stagnitta in der Bar Messina. Warum ist Ihr Espresso so gut? Die Mischung macht’s!

PS Ciao Camillo, tornerai? Wirst Du wiederkommen?

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